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Pflanzen als Helfer

Ein Schamane findet seine Helfer nicht nur im Bereich der Tiere, sondern auch in dem der Pflanzen. Während Tiere allen Menschen dienen, die sie aufsuchen, sind die Pflanzen nur dem Schamanen zugänglich.
Der Schamane benötigt die Hilfe der Pflanzengeister hauptsächlich als Schutz bei Extraktionen von Eindringlingen (sieh: Extraktionen). Die Anzahl der Pflanzenhelfer ist von Schamane zu Schamane verschieden. Im Laufe seines Lebens kann sich ein Schamane hunderte von Pflanzenhelfern zulegen. Um Extraktionen sicher und gut auszuführen ist es belangreich die richtigen Pflanzenhelfer zu haben, da es für jeden Eindringling einen anderen Pflanzenhelfer gibt. Bevor ein Schamane also je eine Extraktion ausführt, muß er sich mehrere dieser Helfer angeeignet haben.

Die Pflanzengeister besitzen zwei Realitäten, die alltägliche und die nicht-alltägliche Realität. Der alltägliche Aspekt ist die Pflanze, wie wir sie in unserer Welt erleben. Der nicht-alltägliche Aspekt ist der, den der Schamane während einer Extraktion wahrnimmt. Dieser Aspekt kann dem Schamanen in Form eines Insektes erscheinen, wie zum Beispiel als riesiger Käfer, oder als eine Spinne. Ich werde nie meinen ersten Pflanzenhelfer vergessen. Wir mußten während eines Workshops in den Wald gehen und eine Pflanze mitbringen, die uns ansprach. Ich fand einen Platz mit wunderschönen, weißen Blumen, von denen ich das Gefühl hatte, sie wollten Kontakt machen. Ich mußte nun eine Pflanze samt Wurzeln mitbringen. Nachdem wir in einem Buch herausgesucht hatten, daß unsere Pflanzen nicht giftig waren (später wird der Instinkt so gut, daß dies nicht mehr nötig ist) gingen wir auf eine schamanische Reise, um den nicht-alltäglichen Aspekt unserer Pflanze kennenzulernen. Ich muß voraussagen, daß ich schon mein ganzes Leben lang eine panische Angst vor Spinnen hatte. Ich ging also auf Reise und traf wie erwartet auf den nicht-alltäglichen Aspekt meiner schönen, weißen Blume. Ich glaube Sie können sich denken, was dieser Aspekt war. Es war eine dicke, schwarze Spinne. Ich bekam den Schreck meines Lebens und kam sofort in Panik aus meiner Trance heraus. Es dauerte eine Weile bevor ich mit meiner Spinne Frieden schließen konnte. Als dies endlich der Fall war, hatte ich nicht nur meine Angst vor Spinnen verloren, sondern auch noch einen kraftvollen Alliierten gewonnen.

Wenn ein Schamane eine Extraktion vornehmen muß, ruft er seine Helfer an. Dies ist eine ähnliche Prozedur, wie die einer Reise für eine andere Person. Der Unterschied ist, daß dem Schamanen schon sehr früh auf seiner Reise der Eindringling in Form eines Insektes, einer Schlange, oder eines anderen Reptils mit sichtbaren Fangzähnen entgegenkommt. In diesem Moment unterbricht er die Reise, um sich dem Eindringling zu widmen. Dies tut er nur, wenn er mindestens zwei Helfer hat, die zu dem Eindringling passen. Sollte dies nicht der Fall sein, bricht der Schamane die Reise ab und kehrt zurück, um einen anderen Weg zu finden dem Patienten zu helfen, oder um sich die passenden Helfer anzueignen, oder er setzt seine Reise fort und umgeht den Eindringling, um dann ein Krafttier für den Patienten zu suchen, was diesem ermöglicht mit der Krankheit besser umzugehen, bis der Schamane die richtigen Helfer gefunden hat, um dann die Extraktion durchzuführen.
Wenn der Schamane jedoch die richtigen Helfer zur Verfügung hat, unterbricht er die Reise sofort wenn er den Eindringling identifiziert hat und ruft seine Helfer, um ihm während der Extraktion zu helfen und ihn zu beschützen. Diese plazieren sich im Mund des Schamanen. Sobald dieser seine Helfer plaziert sieht, ruft er seine anderen Geisterhelfer und beginnt mit deren Hilfe den Eindringling aus dem Körper des Patienten zu saugen. Die im Mund plazierten Pflanzenhelfer fangen den Eindringling auf und absorbieren ihn, damit er dem Schamanen selbst keinen Schaden zufügen kann (sieh: Extraktionen).